Lesbische und bisexuelle Mädchen und junge Frauen

Informationen für Eltern und MultiplikatorInnen

Elterninfo bei Coming Out

 

Nicht selten führt das Coming-Out des Kindes zu Spannungen innerhalb der Familie. Eltern beginnen meist mit der Suche nach möglichen Ursachen. Nicht selten spielen dabei Selbstvorwürfe oder der Vorwurf an den anderen Elternteil, in der Erziehung „versagt“ zu haben, eine erhebliche Rolle.

 

Auch die bange Frage, wie wohl Verwandte, die Nachbarschaft oder der Freundeskreis reagieren werden, stellt in dieser Situation eine nicht unerhebliche Belastung dar. Das Kind mit der homosexuellen Neigung spürt die Wut und die Trauer der Eltern, es sieht sich in dieser Zeit oft als Störfall und wird erneut von Schuldgefühlen geplagt. Eltern tun sich in dieser Zeit meist schwer, ihrem Kind eine Stütze zu sein, da sie selbst erst mit dem Thema klarkommen müssen. Auch sie brauchen eine Phase der Verarbeitung, in der sie sich an die neue Situation gewöhnen und sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzen können.

 

Im ersten Schock reagieren Eltern manchmal ablehnend und verletzend. Sollte es zu einer gekommen sein, dann hilft eine gemeinsame „Beruhigungsphase“, die Lage wieder ins Lot zu bringen. Bitten Sie Ihr Kind deshalb erst einmal um Zeit, um sich an die neue Situation gewöhnen zu können.

  • Die Enttäuschung und der Abschied von eigenen Wunschvorstellungen über die Zukunft Ihres Kindes macht traurig und verunsichert. Nehmen Sie sich die nötige Zeit, die Sie brauchen, um diese neue Erfahrung zu verdauen und Antworten auf Ihre Fragen zu bekommen.
  • Kinder machen sich meist auf das Schlimmste gefasst. Für sie ist es wichtig über die Ängste, Gedanken und Fragen der Eltern Bescheid zu wissen, um die Möglichkeit zu bekommen, den Eltern das Fremde näher zu bringen.
  • Lernen Sie zu verstehen, dass die Homosexualität Ihres Kindes kein Schicksalsschlag ist, der Sie ereilt und den Sie ertragen müssen, sondern nur eine andere Form von Liebesbeziehung, Partnerwunsch und Sexualität Ihres Kindes, welche nicht beeinflussbar ist.
  • Schuldgefühle sind also nicht angebracht. Sie sind nicht verantwortlich für die Homosexualität Ihres Kindes.
  • Ihr Kind ist auch kein anderer Mensch geworden, seitdem Sie wissen, dass es lesbisch bzw. schwul ist. Ihr Sohn/Ihre Tochter sind dieselben Menschen wie davor und möchte von Ihnen weitergeliebt werden. Erkennen Sie das Coming-Out Ihres Kindes Ihnen gegenüber als Liebes- und Vertrauensbeweis.
  • Machen Sie nicht den Fehler, Ihrem Kind seine Homosexualität ausreden zu wollen oder gar den Versuch, seine sexuelle Orientierung „umzupolen“. Das ist unmöglich und keine seriöse Therapeutin/kein seriöser Therapeut würde sich auf so etwas einlassen. Vielmehr würde das zu einer Entfremdung zwischen Ihnen und Ihrem Kind führen, welche nur sehr schwer wieder zu überwinden ist.

Ein Angebot für:

Interessierte Eltern - MultiplikatorInnen