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Beratung von Opfern sexueller Gewalt ausgebaut

Anlaufstelle für betroffene Mädchen und Jungen verdoppelt nach Umzug die Arbeitszeit

von Petra Fröschl

 

Fürstenfeldbruck -  Die Beratungsstelle „Kim“ für Mädchen und Jungen mit sexuellen Gewalterfahrungen hat ihre Ansprechzeiten erweitert und ist seit kurzem in der Hauptstraße 1a in Fürstenfeldbruck zu finden. Nachdem es anfangs technische Probleme mit der Telefonanlage gab, ist „Kim“ künftig rund um die Uhr unter der Nummer 08141/357 287 erreichbar. Im Februar 2008 hatte der Landkreis die Beratungsstelle ins Leben gerufen, um für Kinder und Jugendliche, die Opfer sexueller Gewalt wurden, eine Anlaufstelle zu schaffen. Auch Eltern, Betreuer, pädagogische Fachkräfte oder Freunde Betroffener können sich – auf Wunsch anonym – an „Kim“ wenden, etwa wenn sie einen Verdacht haben. Zwei Sozialpädagogen, die der Schweigepflicht unterliegen, kümmern sich dann um ihre Anliegen. Der Selbstbehauptungstrainer Stefan Port ist Ansprechpartner für die Jungen, die Therapeutin und Traumafachberatung Kerstin Leupold für die Mädchen zuständig. Im ersten Jahr standen die Fachkräfte Ratsuchenden insgesamt 13 Stunden pro Woche zur Verfügung. Doch das reicht bei weitem nicht aus, um allen Anfragen gerecht zu werden. Daher beschloss der Jugendhilfeausschuss des Kreistags Ende 2008, das Jahresbudget von 25000 auf 50000 Euro zu erhöhen, so dass die Beratungszeit auf 22 Stunden aufgestockt werden konnte. „Eigentlich hätten wir uns zwei Vollzeitstellen gewünscht, um rund um die Uhr da zu sein“, sagt Astrid Siegmann, die Leiterin des Trägervereins „IMMA“. Dennoch sei man über die Budget-Verdoppelung sehr froh. Laut Siegmann wurde die Beratungsstelle 2008 in 86 Fällen tätig. In 18 Fällen sei es aufgrund der geringen Stundenzahl zu Wartezeiten von bis zu vier Wochen gekommen; in zwölf Fällen musste man an andere Stellen weiter verweisen. In erster Linie hätten sich pädagogische Fachkräfte an „Kim“ gewandt. Durch die Aufstockung der Stundenzahl sollen freilich noch mehr Personen beraten werden. Die längeren Ansprechzeiten machten den Umzug in die Hauptstraße erforderlich. Dort sind Leupold und Port immer montags und donnerstags persönlich vor Ort. Getrennte Räume erleichtern eine geschlechterspezifische Beratung. Außerhalb dieser Zeiten können Ratsuchende auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantwortet hinterlassen oder eine E-Mail info(at)kim-ffb.de schreiben.