4. Standards zur interkulturellen Ausrichtung von IMMA e.V.

 

 

Präambel

Auf der Grundlage unserer demokratischen Gesellschaft und ihrer Errungenschaften in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit sind wir uns über Machtdimensionen und Diskriminierungspraktiken bewusst. Gegenüber der kulturellen Vielfalt in unserer Gesellschaft wird eine sensibilisierte und wertschätzende Haltung eingenommen. Interkulturelle Öffnung ist ein kontinuierlicher Prozess, der sowohl von der Leitung als auch von jeder Mitarbeiterin getragen wird.
Dies bedeutet sowohl eine persönlich/individuelle Auseinandersetzung jeder einzelnen Mitarbeiterin als auch organisatorische, konzeptionelle und pädagogisch/beraterische Umsetzung.
Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen an den Leistungen und Angeboten der IMMA.

 

Definition von Interkultureller Kompetenz

„Interkulturelle Kompetenz ist die Sensibilisierung für Wahrnehmungs- und Veränderungsprozesse in der Interaktion mit Menschen, die eine andere Art des In-der-Welt-Seins haben als man selbst“ (Gari Pavkovic, 2000)

 

„Unter interkultureller Kompetenz verstehen wir den permanenten Prozess von persönlicher Reflexion eigener kultureller Zugehörigkeiten, dem Bewusstsein gesellschaftlicher Machtverhältnisse/Dominanzen und der professionellen Handlungsfähigkeit. Diese Definition der interkulturellen Kompetenz beinhaltet:

  • eine geschlechtsdifferenzierte Sichtweise
  • die Auseinandersetzung mit Migrationsprozessen, die MigrantInnen durchlaufen
  • die Auseinandersetzung mit Vorurteilen, Homophobie, Rassismus und Diskriminierungen
  • die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich-politischen Prozessen und Machtverhältnissen.“ (Münchner Fachforum für Mädchenarbeit, Standards für die interkulturelle Mädchenarbeit, 2001)

 

1. Personalpolitik

Die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft spiegelt sich in der Personalstruktur (Zusammensetzung der Mitarbeiterinnen) der einzelnen Organisationseinheiten/ Einrichtungen der IMMA wieder. Die Leitungsebenen ergreifen adäquate Maßnahmen um dies umzusetzen.
Migrationserfahrung, interkulturelle Kompetenz sowie gegebenenfalls Mehrsprachigkeit werden als Qualifikationsmerkmale eingestuft.
Die Personalentwicklung zielt auf die Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz ab.

 

2. Öffentlichkeitsarbeit

Bei allen Publikationen (Flyern, Konzepten, Programmen, Broschüren, Homepage, Material für die Zielgruppe...) werden Mädchen und ihre Bezugspersonen bzw. die entsprechenden MultiplikatorInnen mit ihren Unterschiedlichkeiten sowohl inhaltlich, sprachlich als auch bildlich angesprochen.
Schlüsselwörter und Kernsätze werden in mehreren Sprachen als Signal und Türöffner aufgenommen.

 

3. Maßnahmen – Angebote

Entsprechend der Präambel berücksichtigen die Maßnahmen, Angebote und Handlungskonzepte kulturelle Vielfalt und Hintergründe.
Bei der Planung, Durchführung und Überprüfung von Konzepten, Angeboten sowie Handlungsmaßnahmen wird die Dimension der kulturellen Vielfalt einbezogen.
Zielvereinbarungen, Informations- und Wissenserwerb und Kooperationen werden in Hinblick auf kulturelle Vielfalt gestaltet.
Diese wird auch in der Gestaltung der Einrichtungen sichtbar.