5. Präambel und Standards zu sexueller Gewalt und Gewaltprävention von IMMA e.V.

 

Jedes Mädchen hat das Recht in einer gewaltfreien Situation aufzuwachsen.

Neben der strafrechtlichen Definition („Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, § 174 ff StGB) existieren viele unterschiedliche Definitionen von sexueller Gewalt, zum Beispiel:

„Missbraucht ein Erwachsener ein Kind sexuell, so benutzt er die Liebe, die Abhängigkeit oder das Vertrauen des Kindes für seine sexuellen Bedürfnisse – und setzt sein Bedürfnis nach Unterwerfung, Macht oder Nähe mit Gewalt durch. Er gefährdet die Lebens- und Entwicklungsgrundlage und schädigt die Seele des Kindes.“ 
http://www.praevention.org/definition.htm

Des weiteren ist sexuelle Gewalt in der Regel gekennzeichnet durch: 

  • nicht nur sexuelle Handlungen sondern auch durch eine sexuell aufgeladene Atmosphäre
  • die mangelnde Einfühlung in das Kind
  • das Gebot der Geheimhaltung
  • geplantes Handeln des Täters/der Täterin
  • immer wiederkehrende Taten.


Unter sexueller Übergriffigkeit im weiteren Sinne begreifen wir auch sexistisches Verhalten gegenüber Frauen und Mädchen. Hierin spiegelt sich eine Haltung, die Frauen und Mädchen herabwürdigt, verachtet, abwertet und auf den Objektstatus reduziert. 

Jegliche Form von Gewalt ist von kulturellen, strukturellen und personalen Aspekten geprägt. Der kulturelle Aspekt legitimiert strukturelle Gewalt. Strukturelle Gewalt wird durch Organisationen, Institutionen und Machtinstrumente ausgeübt und äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen und Lebenschancen. Personale Gewalt wird immer von einzelnen Menschen verübt, die Teil dieses Systems sind. (nach Johan Galtung).

Das bedeutet, dass sexuelle, körperliche und psychische Gewalt gegen Frauen und Mädchen zwar personal ausgeübt wird aber immer auch kulturell und strukturell durch die bestehenden Machtverhältnisse, in diesem Fall der Geschlechterhierarchie legitimiert ist. Auch Rassismus und Diskriminierung auf Grund von Behinderung oder sexueller Orientierung sind in diesem Kontext zu sehen.

Auch Frauen und Mädchen tragen Gewaltstrukturen mit, verfestigen diese und üben personale Gewalt aus.

IMMA macht es sich zur Aufgabe, neben der personalen Ebene immer auch die strukturelle Ebene von Gewalt zu berücksichtigen. Daraus leiten sich für die Mitarbeiterinnen von IMMA Haltungen, Ziele und Maßnahmen im Bereich Intervention und Prävention zum Thema sexuelle Gewalt ab, die im folgenden aufgeführt sind.

 

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